Verfassung von 1816 - crempa

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Verfassung von 1816


Am 18. Oktober 1816 gaben Bürgermeister und Rat ihrer Stadt Krempe eine Verfassung 
  • mit 57 Paragrafen sowie 
  • zwei Anhängen (einer von 1817), 
  • tabellarischen Aufgabenbestimmungen und 
  • weiteren Erläuterungen.

Kremper Verfassung von 1816 (klick - PDF, ~ 9,8 MB)
Verfasser dieses Werks war Hans Friedrich Carl von Colditz, Bürgermeister und Stadtsekretär von Krempe (1812-1818), geboren am 16.06.1786 in Schleswig.Die Verfassung wurde 1817 vom Autor veröffentlicht im 3. Heft der Schl. Holst. Lauenb. Prov. Ber., Jahrgang 1817 sowie in einem Sonderdruck von C.F. Mohr, Kiel.  -  Den Sonderdruck bereitete Ulf Steinhauer zur PDF-Datei auf und stellt ihn auf crempa.de der öffentlichen Kenntnisnahme zur Verfügung.

Der Text ist eine ergibige Quelle für alle, die sich für das Bild Krempes im Verlauf seiner Geschichte interessieren. Hier findet der Leser vielfältige Informationen zur Organisation des Sozialgefüges, zu den politischen Entscheidungsträgern, zu den Rechten und Pflichten seiner Bewohner, zur Organisation der verschiedensten Aufgaben der Stadt und ihrer Verwaltung, …
Und wo sich die Oldenstadt befand, kann man hier ebenfalls erfahren.

Ziel und Aufgabe der Stadtverfassung
Die Stadtsatzung hatte nicht die Absicht, neue Strukturen und Regeln zu erschaffen. Im Gegenteil, sie strebte „lediglich“ an, alle bestehenden, wo auch immer formulierten, geltenden Rechtsnormen, die Auswirkungen auf die Verwaltung und die Bürger der Stadt hatten, in einem verbindlichen, überschaubaren Rahmen zusammenfassen.

Niemand konnte vorher all diese Vorschriften kennen, geschweige denn buchstabentreu umsetzen bzw. überprüfen. Denn bis dahin lagen die geltenden Rechtsnormen an mannigfaltigen Stellen und in verschiedensten Zusammenhängen vor: in königlichen Rescripten, in Verordnungen, Gesetzen, in Erlassen der Provinzialregierung, in Satzungen der Entwässerungsverbände, in militärischen Vorschriften, in städtischen Ratsbeschlüssen verschiedener Altersstufen, in historischen Regelungen des Lübischen Rechts usw. usf.

Damit war ein einheitliches, gleiches Verwaltungsgebahren der in der Stadtverwaltung Tätigen nicht gewährleistet. Gegenüber den Bürgern und sonstigen Betroffenen konnte solcherart kein gleiches Recht gewährt werden.

Vom Nutzen der neuen Verfassung
Von Colditz - geprägt vom Geist der Aufklärung und befähigt durch seine Ausbildung - empfand diesen Zustand schon bald nach seiner Ernennung zum Bürgermeister und Stadtsekretär von Krempe als unhaltbar und begann alle Vorschriften zu sammeln, zu einer Stadtverfassung zusammenzustellen und auf diese Weise für ein gleiches Handeln auf kommunaler Ebene offenzulegen. Damit schuf er gleichzeitig anderen Städten ein beispielhaftes Vorbild, um dessen Veröffentlichung er von verschiedenen Seiten gebeten worden war.

  • Mit dem „Abriss der Satzung der Stadt Krempe“  legte er zum einen vor Ort Grundlagen für die Arbeit der Verwaltung und ermöglichte Transparenz für die Bürger. 
  • Zum anderen gab er den Protagonisten im Land Methoden und Wege an die Hand, auch in ihrem Umfeld in diesem Sinne tätig zu werden. 
  • Und zum Dritten erhalten wir durch dies verdienstvolle Werk einen weitgehenden Einblick in die Ordnung unserer kleinen Stadt zur damaligen Zeit.

Hans Friedrich Carl von Colditz - Daten
1812 - 1818 in Krempe
In seine Kremper Amtszeit fällt die schwere Belastung, die im Herbst 1813 entstand, als die "Nordarmee" (= Truppen der Alliierten gegen Napoleon und das mit ihm verbündete Dänemark) die Festung Glückstadt belagerte. Krempe wurde nicht nur zum Standort des Stabes, sondern musste auch umfangreiche Einquartierungen schwedischer und russischer Soldaten hinnehmen. Die  altehrwürdige Kirche wurde zum Vorrats- und Munitionsmagazin umfunktioniert. Zu allem Unglück fing die Kirche am 19. Januar 1814 Feuer und explodierte, so dass das Gotteshaus bis auf die Grundmauern vernichtet wurde. 
1818 verließ Hans Friedrich Carl von Colditz, der zuvor Landvogteisekretär in Meldorf gewesen war, Krempe, um Landvogt auf Osterland-Föhr und Gerichtsvogt in Wyk auf Föhr zu werden. - Verdient machte er sich dort unter anderem durch sein Engagement für die Schaffung eines Seebads auf Föhr, für das er 1819 das werbende Büchlein "Das Seebad auf Föhr in der Westsee" verfasste.
Später arbeitete er in Oldesloe als Bürgermeister, Justizrat und Stadtsekretär.


 
 
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